Das Theologische hinter den Kunststilen
📣 01.07. 19:30: Pfarrgarten St. Emmeram: Eine rein kunstgeschichtliche Sichtweise wird unseren Kirchenbauten nicht gerecht. Ein guter Kunsthistoriker muss zumindest ein leidlich guter Theologe sein, um dem Sinngehalt und der Ikonographie – etwa der Basilika St. Emmeram in Regensburg – gerecht zu werden. Der bekannte Theologe Ludwig Mödl formuliert die These seines Vortrags wie folgt: „Gemeinhin spricht man von Kunststilen, als wären diese beliebige Moden eines Zeitempfindens. Im Vortrag sei der Versuch gemacht aufzuzeigen, dass die einzelnen Kunststile sehr eng mit dem Lebensgefühl der Menschen verbunden sind. Romanik, Gotik, Renaissance, Barock, Neugotik usf. initiieren als Architektur wie auch in ihren Ausstattungselementen jeweils unterschiedliche Stimmungen und Gefühle, hinter denen jeweils auch unterschiedliche theologische Schwerpunkte stehen.“ Dr. Ludwig Mödl (Jg. 1938) studierte (mit Abschluss Promotion) an der LMU München Katholische Theologie; Priesterweihe 1966. 1971-1987 Regens des Eichstätter Priesterseminars, dann Direktor auf Schloss Hirschberg. 1988-1992 Lehrstuhlinhaber für Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät Luzern; 1992-1996 Ordinarius für Spiritualität und Homiletik an der Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt; 1996-2003 Professor für Pastoraltheologie an der LMU München. 2003-2013 Spiritual im Herzoglichen Georgianum München, parallel dazu 2007-2013 Universitätsprediger an der Münchner Ludwigskirche. Seit 2013 ist Prälat Mödl Alterskaplan in der Pfarrei Heilig Geist in München. Er war u. a. auch langjähriger Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Theologischen Disziplinen bei der Deutschen Bischofskonferenz, ist Theologischer Berater der Passionsspiele Oberammergau und Vorsitzender des Münchner Vereins für Christliche Kunst. - Vorträge, Kurse, Seminare
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CITAS Dialog 2019. Warum schlechte Regierungsführung so stabil sein kann. Beispiele aus Italien und
📣 10.07. 18:00: CITAS an der Uni Regensburg: Diese Diskussion fragt danach, inwiefern Korruption und Klientelismus trotz der Untergrabung von Regierungen ein gewissen Maß an wirtschaftlicher und politischer Stabilität erzeugen können. Die Referenten sind der Politikwissenschaftler Andrea Lorenzo Capussela (Autor von "The Political Economy of Italy's Decline", ein Buch das 2018 mit Oxford University Press erschien) der Südosteuropahistoriker Klaus Buchenau (UR) und der Rechtswissenschaftler Rainer Arnold (UR). Spätestens seit dem 18. Jahrhundert werden politische Systeme am Ideal der guten Regierungsführung gemessen. Die Herrschenden sollen sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und zu diesem Zweck nicht nur allgemein gültige Regeln erlassen, sondern diese auch durchsetzen, nicht zuletzt gegen sich selbst. Die europäische Wirklichkeit ist mit diesem Ideal offenbar nie zur Deckung gekommen, wie die seither häufigen Korruptionsskandale zeigen. Seit 1989 aber bietet der Blick nach Osten eine bequeme Entlastung - die Norm der guten Regierungsführung schien in den meisten postkommunistischen Gesellschaften noch viel weniger erreicht als in den konsolidierten Demokratien des Westens. Unserer "sporadischen" Korruption stand dort eine scheinbar allgegenwärtige Korruption gegenüber. Was dabei oft übersehen wird ist, wie sehr die Korruptionsgeschichte das östliche und das westliche Europa auch vereint - und das nicht nur, weil viele Korruptionsskandale transnationale Ereignisse sind, welche etablierte Raumgrenzen überschreiten. Insbesondere im Süden des Kontinents existieren, unabhängig von der früheren Systemgrenze des Kalten Krieges, "Gesellschaften des öffentlichen Misstrauens" (Christian Giordano), in denen das Gemeinwohl eher ein abstraktes Ideal als ein real bindender Maßstab ist. Ressourcen werden hier oft nicht nach formalen Regeln, sondern über personelle Netzwerke verteilt. Manches, aber nicht alles daran hat sich langfristig entwickelt - endemische Korruption kann auch über kürzere Zeiträume, durch bestimmte politische Konstellationen erzeugt werden. Der italienische Politikwissenschaftler Andrea Lorenzo Capussela hat, nach einem auch auf eigenen Erfahrungen basierten Buch über die (in vielem gescheiterte) EU-Rechtsstaatlichkeitsmission in Kosovo, ein Werk über "The Political Economy of Italy’s Decline" verfasst. Er wird vor allem die italienische Seite seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges analysieren. Klaus Buchenau steuert vergleichende Aspekte aus seinen Forschungen zur Korruptionsgeschichte des ehemaligen Jugoslawiens bei. Diese Geschichte war (im Vergleich zu Italien) von viel schärferen politischen Umbrüchen geprägt, vor deren Hintergrund der Klientelismus manchmal als ausgleichende Kontinuität erscheint. Der Abend soll aber nicht nur beleuchten, wie man in Italien und im ehemaligen Jugoslawien auf unterschiedlichen Wegen zu ähnlichen Ergebnissen gekommen ist. Wir wollen auch diskutieren, welche Auswege aus der Situation denkbar sind. Die Podiumsveranstaltung wird von dem vergleichenden Verfassungsrechtler Prof. Rainer Arnold moderiert. - Vorträge, Kurse, Seminare
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